Anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikation (ATC)
Geschichtliches
Indikations- und Stoffgruppenregister, Übersicht
Erläuterungen zum ATC-Klassifikationssystem
Geschichtliches
Das anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikationssystem (ATC) ist ein rationales System zur Klassifikation von Arzneimitteln nach therapeutischen und pharmakologischen Kriterien. Es handelt sich hierbei um die vom Nordic Council on Medicines, später in Zusammenarbeit mit der WHO-Oslo, modifizierte und erweiterte anatomische Klassifikation der EPhMRA (European Pharmaceutical Market Research Association) und der IPMRG (International Pharmaceutical Market Research Group).
Das ATC-System wurde erstmals 1976 durch den Nordic Council on Medicines als Grundlage für Studien über den Arzneimittelverbrauch in Skandinavien eingesetzt. Seit 1982 ist das WHO Collaborating Centre for Drugs Statistics Methodology in Oslo als zentrale Koordinationsstelle für die Anwendung und Fortschreibung der Methode zuständig.
Indikations- und Stoffgruppenregister
Übersicht
A: Verdauungstrakt und Stoffwechsel
B: Blut und blutbildende Organe
C: Herz und Kreislauf
D: Dermatologika
G: Urogenitalsystem und Sexualhormone
H: Hormone, systemisch, ausser Sexualhormone
J: Antiinfektiva, systemisch
L: Antineoplastika und Immunmodulatoren
M: Muskeln und Skelett
N: Zentrales Nervensystem
P: Mittel gegen Parasiten, Insektizide und Repellentien
R: Atmungssystem
S: Sinnesorgane
V: Varia
Erläuterungen zum ATC-Klassifikationssystem
Die ATC-Klassifikation ist ein alphanumerisches System, welches 5 Stufen unterscheidet:
1. Stufe Anatomische Hauptgruppe (14 Gruppen)
2. Stufe Therapeutische Hauptgruppe
3. Stufe Pharmakologisch-therapeutische Untergruppe
4. Stufe Pharmakologische Untergruppe
5. Stufe Chemischer Wirkstoff
Beispiele:
Diazepam
N Zentrales Nervensystem
05 Psycholeptika
B Anxiolytika
A Benzodiazepin-Derivate
01 Diazepam
Propranolol
C Kardiovaskuläres System
07 Betablocker
A Betablocker
A Betablocker, nicht kardioselektiv
05 Propranolol
Die Wirkstoffe werden nach ihrer Hauptindikation eingeteilt. Bei zum Beispiel mehreren gleichwertigen Indikationen, wenn der Wirkstoff in verschieden starker Dosierung eingesetzt wird oder wenn unterschiedliche Applikationsarten existieren, können ihnen auch mehrere ATC-Codes zugeordnet sein.
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